Kolumne

KOLUMNE – Wie es ist, ein anderer sein zu müssen

von am 4. Dezember 2017

[Diese Kolumne erschien zum ersten Mal im PROspekt (Ausgabe 5, Dezember 2017), dem Magazin des Theater Erfurt.]

Depression. Burn-out. Bore-out. So heißen die modernen Berufskrankheiten. Während die meisten Arbeitnehmer versuchen, solche Zustände zu vermeiden, gibt es im Theater Situationen, in denen eine gewisse psychische Indisposition sogar hilfreich ist. Jedoch möchte ich hier nicht das bekannte Klischee bemühen, man müsse verrückt sein oder zwangsläufig werden, wenn man sich beruflich als Sänger oder Schauspieler jeden Tag in fremde Charaktere hineinversetzen muss. Ich meine eine Berufsgruppe, die nicht auf, sondern neben der Bühne die Rolle eines anderen übernehmen muss. Es geht hier um den Regieassistenten, dessen geistige Verfassung während der Proben für eine Wiederaufnahme einer Inszenierung große Ähnlichkeit mit dem Krankheitsbild der Schizophrenie aufweist.

Wie war das noch gleich?

Es gibt immer wieder Produktionen, die so gut, so besonders oder so populär sind, dass wir sie nicht nur eine Saison lang spielen. Oft liegt ein längerer Zeitraum zwischen der letzten Vorstellung und der nächsten geplanten – das können auch Jahre sein. Da ist es nur verständlich, dass Sänger, Orchestermusiker, Techniker, Statisten, Inspizienten, Requisiteure und Beleuchter sich nicht sofort an alle verabredeten Abläufe erinnern. Also gibt es im Vorfeld einer Wiederaufnahme immer auch Proben. Nun ist es aber meistens so, dass der verantwortliche Regisseur mittlerweile in Hong Kong inszeniert, nach einer Umschulung nur noch als Physiotherapeut arbeitet oder in einem balinesischen Meditationsretreat eine Auszeit nimmt. Er kann jedenfalls die Auffrischungsproben nicht selbst leiten. Wer wäre da ein besserer Ersatz als der Regieassistent, der jede Minute der Probenphase an seiner Seite verbracht hat?

Wer bin ich – und wenn ja, wieviele?

Wie jeder Regieassistent habe auch ich mich in dieser Situation wiedergefunden. Schwierig war dieses Unterfangen für mich nur in den Fällen, in denen ich die betreffende Inszenierung, sagen wir mal, nicht sonderlich gelungen fand. Oder gar schlecht. Oder einfach nur voll von unschlüssigen Vorgängen. Oder wenn ich das Stück langweilig fand. Oder die Ausstattung unpassend. Da kann es zur mentalen Herausforderung werden, die damalige Begeisterung des Regisseurs wieder hervorzuholen. Denn um ihn angemessen zu vertreten, muss ich ja all seine Ideen und Erklärungen für mich wieder auffrischen und sie so verinnerlichen, dass sie zu meinen werden. Alles im Hinblick auf die szenischen Proben, in denen ich für die Darsteller diesen ganz besonderen Geist dieses ganz bestimmten Regisseurs wiederaufleben lasse. Ganz egal, was ich von ihm oder seiner Prodution halten mag. Ich muss temporär also eine andere Meinung, andere Ideen, ein anderes ästhetisches Empfinden haben, ich muss andere Witze erzählen, ich muss ein Anderer sein. Da kann es vorkommen, dass man sich ein kleines bisschen schizophren fühlt.

Chance statt Krise

Dass die Arbeit am Theater geisteskrank macht, wäre hier allerdings ein ganz falsches Fazit. Denn die selbständige Leitung von Proben einer Wiederaufnahme – also einer bereits fertigen, festgelegten Inszenierung – ist für die meisten Regieassistenten die erste praktische Übung für den Beruf des Regisseurs. Dabei lernt man nicht nur Organisatorisches wie Probenplanung, sondern kann auch endlich den großen Zampano raushängen lassen und sagen, wo es langgeht, ohne die künstlerische Verantwortung zu tragen. Wer sich bei diesen Testläufen bewährt, bekommt irgendwann die Möglichkeit, seine eigenen Ideen auf die Bühne zu bringen. Dann bin auch ich eines Tages die Stimme im Kopf eines Regieassistenten, der um seine mentale Gesundheit bangt. Das wäre schön.

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Oper | Rezension

DER FERNE KLANG von Franz Schreker in Lübeck – Von Glitzer und Grabschern

von am 23. Oktober 2017

[HINWEIS: Aus gegebenem Anlass weise ich darauf hin, dass ich hier – und auch sonst immer – ausschließlich über das Regiekonzept des gesehenen Abends schreibe.] 

Franz Schreker wird viel zu selten gespielt. Deswegen muss man manchmal in die Ferne reisen, um ein Werk von ihm auf der Bühne zu sehen. In diesem Fall hatte das Ziel meines weiten Ausflugs nicht nur den passenden Titel, sondern versprach in einer Inszenierung von Jochen Biganzoli auch ein besonders spannender Abend zu werden. Ich hatte seinen bezeichnenden Regie-Stil vor einem Jahr bereits an der Oper Halle kennengelernt, wo er eine umstrittene Inszenierung von Giacomo Puccinis TOSCA verantwortet hatte. Daher war ich mental darauf vorbereitet, etwas anderes zu sehen als konventionelle, traditionelle Oper – und wurde trotzdem noch überrascht.

Der ferne Klang

Wie der Titel bereits andeutet, geht es in Franz Schrekers Oper Der ferne Klang um Musik – genauer gesagt, um einen Komponisten. Dieser liebt ein Mädchen namens Grete, verlässt sie aber, um in der Ferne diesen einen ganz besonderen, wunderschönsten, perfekten Klang zu finden. Der soll ihm dazu verhelfen, sich als Künstler zu entfalten und in der Kunstwelt zu etablieren. Während Fritz unterwegs ist, gerät Grete in ein zwielichtiges Milieu. Sie wird zur Edelprostituierten und veranstaltet eines abends einen kleinen Gesangswettbewerb. Der Gewinner darf die Nacht mit ihr verbringen. Zufällig ist auch Fritz an diesem Abend anwesend und kann mit einem wunderschönen Lied überzeugen. Als er aber erkennt, was aus seiner Grete geworden ist, wendet er sich von ihr ab und verschwindet erneut. Wieder geht Zeit ins Land und Fritz hat nun endlich eine Oper geschrieben. Die Harfe fällt allerdings bei der Uraufführung durch, er muss sich eingestehen, dass es damals ein Fehler war, für ein unerreichbares Ideal seine Liebe zu Grete aufzugeben. Die kommt mittlerweile nur noch als Straßendirne über die Runden. Als sie zu ihm zurückkehrt, stirbt er vor Erschöpfung in ihren Armen.

Das Libretto der Oper stammt von Schreker selbst, der sich vom Roman Niels Lyhne des dänischen Autors Jens Peter Jacobsen hat inspirieren lassen. Aber worum geht es nun genau? Das Regieteam und Dramaturg Francis Hüsers haben in diesem Werk drei große Themenbereiche erkannt: Ein Künstlerdrama, sexuellen Missbrauch und einen theaterästhetischen Diskurs. Klingt nach einer recht ehrgeizigen Arbeitsgrundlage für eine Inszenierung. Wird der Abend diesen hohen Ansprüchen gerecht?

Folie, Glitter, Glas und ein Klavier

Das Bühnenbild von Wolf Gutjahr ist nüchtern und symbolträchtig. Zu Beginn schauen wir in die offene Bühne, auf der ein improvisiert aussehender Kasten steht. Am rechten Portal sehen wir außerdem ein einfaches Klavier – das Handwerkszeug des Komponisten. Es wird den ganzen Abend über an Ort und Stelle bleiben und manchmal für die Hoffnung auf Inspiration, manchmal für die Erinnerung an den verlorenen Geliebten stehen. Das Zuhause von Grete und ihren Eltern ist alles andere als heimelig, es besteht aus einem labilen Lattengerüst und die Wände aus transparenter Folie. Hier gibt es keine Privatsphäre, keinen Rückzugsort. Spätestens mit dem Auftritt des alkoholsüchtigen Vaters und seinen Saufkollegen wird klar, dass wir einer sozialen Unterschicht bei ihren üblichen Vergnügungen zusehen. Dazu gehört unter anderem, die eigene Tochter an den Kneipenwirt zu verkaufen, um seine Trinkschulden zu begleichen. Während wir dieser absurden Zwangsverlobung zuschauen, läuft auf Projektionsflächen über dem Häuschen eine Rückschau in die Kindheit von Grete. Sie tanzt als kleine Ballerina auf dem elterlichen Küchentisch, um sie herum die Kumpanen des Vaters, welche versuchen unter ihr Tutu zu glotzen. Hier – wie auch später im zweiten Akt – ist es Biganzoli ganz besonders gelungen, sexuelle Belästigung und sexuellen Missbrauch auf klare, aber subtile und dezente Weise darzustellen. Ich finde in dieser Hinsicht auf der Bühne kaum etwas widerlicher als die plakative und direkte Darstellung von sexuellen Handlungen, die eigentlich schockieren sollen, letztlich aber dem Zuschauer ein voyeuristisches Vergnügen bereiten.

Im zweiten Akt ist die Bühne umgeben von einem großen goldenen Glitzervorhang, aus dem Figuren auftreten und hinter dem sie verschwinden können. Es ist eine Welt des Rausches und der Zerstreuung, in der alles verschwimmt, die Wahrnehmung für Details getrübt ist und ohnehin beliebig ist, wer mit wem kommt und wer mit wem hinter dem goldenen Flitter verschwindet. Das sind mitunter auch erwachsene Männer, die sich eins der tanzenden Kinder reservieren und gegen ihren Willen ins Dunkel zerren.

Grete (Cornelia Ptassek) in ihrem gläsernen Gefängnis, umringt von Freiern, „Der ferne Klang“ von Franz Schreker am Theater Lübeck, Foto: Steffen Gottschling

Die Stückpause wurde genutzt, um den gesamten Orchesteraufbau vom Graben auf die Bühne zu verfrachten. Ein Überraschungseffekt, der schon an anderen Häusern und anderen Inszenierungen erfolgreich eingesetzt wurde. Dieses pure Bild am Ende der Oper sollte eine konzertante Aufführungssituation darstellen. So trägt Grete, die im Publikum erscheint, zum Schluss ein schwarzes Konzertkleid und steht nur noch singend neben ihrem Fritz, den sie nicht in die Arme schließt, sondern nach ihrem letzten gesungenen Ton einfach abgeht. Ohne das zugehörige Programmheft gelesen zu haben, ist dieses Ende allerdings nicht lesbar als Darstellung einer bestimmten Theaterästhetik. Ist es überhaupt möglich, einen theoretischen Diskurs in einer Inszenierung abzubilden?

Das totale Theater

Der Clou dieses Abends ist das sogenannte Zwischenspiel nach dem ersten Akt. Alle Saaltüren werden gleichzeitig geöffnet und eine charmante Stimme fordert uns auf, die Annehmlichkeiten in den Foyers zu genießen. Meinen die das ernst? Nach wenigen Sekunden der Schockstarre stehen die ersten Zuschauer auf und finden sich draußen mit einem Glas Sekt in der Hand wieder. Dort ist die Party schon in vollem Gange, ein Tenor schmettert ein Liedchen während woanders historische Texte über das sexuelle Verhalten des weiblichen Geschlechts verlesen werden. Überall flanieren Damen in Paillettenkleidern und Herren im Frack – alle mit Sonnenbrillen.

Diese Damen (Emma McNairy, Evmorfia Metaxaki, Caroline Nkwe, Wioletta Hebrowska) sind für das männliche Vergnügen da, „Der ferne Klang“ von Franz Schreker am Theater Lübeck, Foto: Steffen Gottschling

Mancher Zuschauer wird von einem bzw. einer dieser Figuren eingehakt und darf ein paar Meter gemeinsam flanieren. Wer Glück hat, bekommt ein kleines Herz aus Alufolie geschenkt. Kurze Zeit später ruft uns die Stimme wieder zurück in den Zuschauerraum. Aha, war das jetzt die Pause? Kam mir ganz schön kurz vor. Leichte Verwirrung macht sich breit, man stürzt den letzten Rest Sekt hinunter und wühlt sich durch das pinkfarbene Licht zurück zu seinem Platz. Nun ist auch auf der Bühne was los. Was habe ich denn jetzt alles verpasst? Geht es schon weiter? Wer singt und spielt hier denn eigentlich? Die Saaltüren gehen ja gar nicht zu, ist das jetzt also noch Vorgeplänkel? Ich bin immer begeistert, wenn ein Regisseur es schafft, mich zu verwirren. Besonders schön fand ich die Idee, die Türen fast den gesamten zweiten Akt offen zu lassen und mich so als Zuschauer von der Seite zu beleuchten. Das schafft tatsächlich eine komplett andere Atmosphäre, einen ungewohnt offenen Raum und ein weites Blickfeld.

Wenn man nun also keine Ahnung hat, wer Franz Schreker ist und auch die Handlung dieser Oper fad findet – dieser Abend lohnt sich allein dafür, eine andere, neue Art von Musiktheater zu erleben. Damit steht Regisseur Jochen Biganzoli freilich nicht allein da – Benedikt von Peter und Florian Lutz sind zwei weitere Empörer, die mit dem Entstauben des Opernrepertoires beschäftigt sind. Und das sollten wir, im Namen der bedrohten Kunstform Oper, unterstützen.


Der ferne Klang. Oper in drei Akten von Franz Schreker (UA Frankfurt am Main 1912)

Theater Lübeck
Musikalische Leitung: Andreas Wolf
Regie: Jochen Biganzoli
Bühne: Wolf Gutjahr
Kostüme: Katharina Weissenborn
Video: Thomas Lippick
Licht: Falk Hampel
Dramaturgie: Francis Hüsers

Besuchte Vorstellung: 21. Oktober 2017 (Premiere)

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Oper | Rezension

MEDEA von Aribert Reimann an der Komischen Oper Berlin – Schwere Kost

von am 23. Mai 2017

Die Geschichte von Medea ist eine alte und dauerhaft gültige. In den letzten 2000 Jahren entstanden rund 200 Bearbeitungen dieses Stoffes – von Euripides über Cherubini bis Heiner Müller. Vor 7 Jahren hat sich auch der Komponist und Librettist Aribert Reimann in diese lange Liste eingereiht. Seine Oper Medea wurde nun an der Komischen Oper Berlin zum ersten Mal seit der Uraufführung neu inszeniert und bot mir als Reimann-Neuling die perfekte Gelegenheit, um mich endlich mit einem der meistgespielten lebenden Komponisten zu befassen.

Archaisch und unkitschig

Da mir die Vertonung von Cherubini bekannt ist, wusste ich bereits von der tragischen Geschichte um die Zauberin, die ihre eigene Familie verrät, um ihrem geliebten Jason das Goldene Vlies zu verschaffen und die dann aber selbst von diesem Mann verraten wird. Um sich an ihm zu rächen, tötet sie die beiden gemeinsamen Söhne. Ich hoffte also an diesem Abend auf nervenaufreibende Spannung, auf eine mitreißende Zuspitzung von Medeas Situation bis sie keinen anderen Ausweg mehr sieht als den beschriebenen bestialischen. Ich wurde leider enttäuscht. Dass die Komposition von Reimann hochdramatisch ist, bleibt unbestritten, nur blieb sie für meine Ohren insgesamt zu ähnlich, um Spannung aufzubauen. Die Gesangslinien sind extrem artifiziell geführt, was eine Textverständlichkeit fast unmöglich machte und mich zwang, die Übertitel sehr genau zu verfolgen. Davon abgesehen fordern die anspruchsvollen Partien den Sängern eine große Virtuosität ab, die offenbar wenig Raum für Aktion oder Interaktion lässt. So war dann auch die Personenführung von Benedict Andrews sehr minimalistisch und etwas inkonsequent, denn sie wechselte zwischen künstlichen und ausgestellten Aktionen und naturalistisch-psychologischen Zuständen, die nicht klar genug voneinander getrennt waren, um eine eigene Stärke zu entwickeln. Um das ganze möglichst unkitschig zu halten, wurden die zwei Söhne von lebensgroßen Puppen dargestellt, die von unterschiedlichen Sängern geführt wurden. Das half zwar, den Fokus auf die Erwachsenen und Agierenden zu halten, machte aber die Szene des Kindsmords eher unspektakulär.

Medea (Nicole Chevalier) stürzt sich rachedurstig auf die zwei Holzpuppen, „Medea“ von Aribert Reimann an der Komischen Oper Berlin, Foto: Monika Rittershaus

Unten Erde, hinten Mauer, vorne Haus

Das Bühnenbild von Johannes Schütz dazu war hochsymbolisch gemeint, sorgte aber zumindest für mich für ein paar unfreiwillig komische Momente. Der gesamte Bühnenboden war mit Rindenmulch bedeckt, hinter dem Portal gab es ein kleines Mäuerchen, vor dem Portal die weißen Konturen eines wie in die Luft gezeichneten abstrakten Hauses. Die Darsteller sitzen über lange Strecken auf einem Absatz an der hinteren Seite der offenen Bühne, beobachten und warten auf ihren Einsatz. Eine Situation, die man bereits gut aus dem Schauspiel kennt. Aus den losen Steinen der kleinen Mauer kann Medea dann kleine Sitzgelegenheiten bauen und am Ende zerschneidet sie mit einem Messer, dass mit Gaffa-Tape an einem langen Ast befestigt ist, das weiße Häuschen.

Dieses Zuhause wird Medea (Nicole Chevalier) demnächst zerstören, „Medea“ von Aribert Reimann an der Komischen Oper Berlin, Foto: Monika Rittershaus

Irgendwann dazwischen wird eine kleine Pantomime eines vergangenen Ereignisses aufgeführt – das Ganze mithilfe von Masken und Requisiten, die der Herold, ein glatzköpfiger Transvestit im Paillettenkleid, in ein paar Plastiktüten mitgebracht hat.

Muss ich das jetzt gut finden?

Nach der Premiere fragte ich mich, ob ich nicht doch zu ahnungslos bin, um zeitgenössische Opern wirklich wertschätzen zu können. Das Publikum jubelte dem Komponisten, der jeden Sänger mehrfach herzlich umarmte, jedenfalls zu. Oder ist die allgemeine Unzugänglichkeit einer neuen Oper ein Qualitätsmerkmal? Ist es zu banal, so zu komponieren, dass die Textverständlichkeit gewährleistet ist oder auch so, dass auch kleinere Häuser als die Wiener Staatsoper die Oper Frankfurt oder eben die Komische Oper Berlin diese neuen Werke gut zur Aufführung bringen können? Sollte Oper als Musiktheater nicht auch eben das ermöglichen und erfordern, was Theater ausmacht, also Handlungen oder Bilder?

Für mich hat sich der Abend mit Reimanns Medea schon wegen dieser Fragen gelohnt. Und ich werde auf jeden Fall in die irritierende Welt des zeitgenössischen Musiktheaters zurückkehren, um mich möglichen Antworten anzunähern.


Medea. Oper in zwei Teilen von Aribert Reimann (UA 2010 Wien)

Komische Oper Berlin
Musikalische Leitung: Steven Sloane
Regie: Benedict Andrews
Bühnenbild: Johannes Schütz
Kostüme: Victoria Behr
Dramaturgie: Simon Berger

Besuchte Vorstellung: 21. Mai 2017 (Premiere)

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