Was zieh‘ ich nur zur Oper an?! Meine 5 Must-haves für den gelungenen Opernbesuch

Es gibt mehrere Gründe, warum Menschen Hemmungen haben, in die Oper zu gehen. Dazu gehört unter anderem die Angst vor einem Dresscode. Mittlerweile behaupten alle Opernhäuser, dass es keinen Dresscode mehr gibt und jeder so kommen kann, wie er oder sie sich wohl fühlt. Das mag theoretisch stimmen, aber ihr könnt davon ausgehen, dass ihr in Flip-Flops und Tank-Top kritisch beäugt werdet. Um euch die schwierige Antwort auf die Frage „Was zieh‘ ich nur an?!“ ein wenig zu erleichtern, habe ich für alle weiblichen Leser meine 5 Must-Haves aufgeschrieben, mit denen ihr für den Opernbesuch passend ausgestattet seid.

Must-have 1: Das Kleid

Ein Opernbesuch ist immer eine gute Gelegenheit, ein eleganteres Outfit auszuprobieren. Mit einem Cocktailkleid seid ihr auf der sicheren Seite – sofern es nicht das Kleid ist, das ihr beim Abiball anhattet. Was ich damit sagen will: Achtet auf die Qualität. Das bedeutet nicht, dass ihr tief in den Geldbeutel greifen müsst, sondern dass ihr nicht bei den billigsten Fast-Fashion-Anbietern kaufen solltet. Im Zweifelsfall fällt die Wahl immer auf ein simpleres, aber besser verarbeitetes Kleid. Damit sind wir beim ersten Kleidungsstück, das meiner Meinung nach jede stilvolle Frau im Schrank haben sollte: das Kleine Schwarze. Damit ist ein einfaches schwarzes Cocktailkleid gemeint, das zeitlos ist und das ihr mit unterschiedlichen Accessoires immer neu kombinieren könnt. Dabei kann die Form ganz unterschiedlich sein – als Etuikleid oder mit ausgestelltem Rockteil, mit oder ohne Ärmel und mit ganz unterschiedlichen Ausschnitten. Wichtig ist, dass es zu eurem Typ passt und ihr euch darin wohl fühlt.

Audrey Hepburn macht’s vor: Mit dem Kleinen Schwarzen seid ihr auch noch stilvoll, wenn die Außerirdischen landen.

Must-have 2: Die Schuhe

Beim Thema Schuhe empfehle ich ebenfalls ein schlichtes schwarzes Modell. Aus dem einfachen Grund, dass ihr diese dann auch mit farbigen Kleidungsstücken gut kombinieren könnt. Die Schuhe sollten auf jeden Fall einigermaßen bequem sein und gut ausbalanciert, wenn sie einen hohen Absatz haben. (Wie ihr weitgehend schmerzfrei durch den Abend und wieder nach Hause kommt, lest ihr weiter unten.) Was die Form angeht, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Mit den klassischen Pumps liegt ihr in jedem Fall richtig. Wenn ihr nicht so viel Übung habt, auf hohen Absätzen zu laufen, fangt am besten mit einem kleinen und breiteren Absatz an. Ein hoher Pfennigabsatz ist nicht automatisch sexyer als flache Schuhe! Wenn ihr auf euren Stilettos nur rumtorkeln könnt, erzielt ihr den gegenteiligen Effekt.

Ein gutes Beispiel für schlichte schwarze Pumps mit mittelhohem Absatz.

Must-have 3: Die Handtasche

Die Handtasche sollte zu euren Schuhen passen – also in meinem Beispiel ebenfalls schwarz sein. Ich selbst habe eine glatte schwarze Clutch, die ich einfach eleganter finde als eine Handtasche, weil ich mir sonst mit dem Henkel oder dem Umhängeband die Form meines Oberteils verzerre. Auf Dauer ist das Tragen der Clutch natürlich anstrengend, wenn man zum Beispiel ein Glas hält und dann noch jemandem die Hand geben will. In diesen Fällen muss die Clutch unter den Arm geklemmt werden. Eine gute Alternative dazu ist eine kleine Abendtasche mit kleinem Henkel dran. Damit habt ihr dann aber immer eine Hand belegt. Alles nicht so einfach, meine Damen! Ich lege die Clutch auch oft ab – in den Schoß, hinter mich auf den Stuhl oder auf einen Stehtisch vor mich.

Eine schöne Clutch ist leider immer auch etwas unpraktisch. Aber sieht halt top aus!

Must-have 4: Der Blazer

Ihr seid überhaupt kein Typ für Kleider und euch wird schon beim Gedanken daran unwohl? Dann könnt ihr selbstverständlich auch im Blazer kommen. Ja, auch hier plädiere ich erstmal für schwarz. Und wie ihr euch schon denken könnt, ist es wichtig, dass er für eure Körperform gut geschnitten und bequem ist. Ich selbst trage gerne meinen schwarzen Blazer mit Blue Jeans und schwarzen Pumps – ein zeitlos stilvolles Outfit. Unter dem Blazer könnt ihr die unterschiedlichsten Sachen tragen – von rosa Seidenbluse bis weißem Feinripp-Shirt ist hier alles möglich. Wenn euch ein Blazer zu formell vorkommt, könnt ihr diesen Style natürlich mit Ketten oder Ohrringen auflockern.

Ein schwarzer Blazer macht auch T-Shirt und Jeans zum Opernoutfit.

Must-have 5: Der Mantel

Hier müsste es eigentlich „Die Mäntel“ heißen, denn ihr braucht ja unterschiedliche Modelle je nach Witterung. Aber es gibt auch hier einen Klassiker, der in den meisten Fällen die richtige Wahl ist: der Trenchcoat. Der muss auch nicht immer beige sein, sondern kann auch schwarz oder rot oder blau oder sonstwas sein. Da gibt es mittlerweile auch die unterschiedlichsten Modelle – wenn ihr es klassisch wollt, solltet ihr darauf achten, dass der Trench zwei Knopfreihen hat und einen stabilen Kragen, den man auch hochschlagen kann. Und lasst euch nicht von schlechten Inspector Gadget-Witzen verunsichern.

Es muss nicht immer beige sein. Auch in dieser Farbe seid ihr perfekt für die Oper angezogen.

Tipps & Tricks & Hinweise

Wenn ich weiß, dass ich zur Oper einen längeren Weg zu Fuß machen muss, ziehe ich für den Weg Ballerinas an und nehme meine Schuhe mit Absatz in einem schwarzen Jutebeutel mit. Kurz bevor ich das Opernhaus betrete, wechsle ich die Schuhe und gebe die Tasche mit den Ballerinas an der Garderobe zusammen mit meinem Mantel ab. Das hat mir schon so manchen schmerzhaften Heimweg erspart.

Wenn ihr bei einer Premierenfeier (oder sonstigen Empfängen) etwas Kühles trinkt, haltet das Glas in der linken Hand. Wenn euch dann jemand vorgestellt wird, hat dieser nicht das Gefühl einem kalten Fisch die Hand zu schütteln.

Je später der Abend, desto höher die Absätze. Wenn die Vorstellung – wie meist üblich – um 19:30 beginnt, könnt ihr gerne hohe Absätze tragen. Bei einer Matinée oder einer Nachmittagsvorstellung wirken zu hohe Absätze meist etwas unpassend. Hier ist niedriger besser.

Mit einem bodenlangen Kleid seid ihr bei einer normalen Opernvorstellung overdressed. Die große Abendrobe passt zu ganz besonderen Veranstaltungen wie einem Opernball oder einer Operngala. Wenn ihr zu solch einem Event eingeladen seid, fragt am besten nach, wie hier der (implizite) Dresscode ist.

Was müsst ihr sonst noch wissen?

Meine vorgestellten Must-haves sind alle schwarz – das heißt aber nicht, dass ihr immer im Traueroutfit in die Oper gehen müsst! Die meisten Leute tragen (leider!) vorwiegend schwarz, daher werdet ihr damit am wenigsten auffallen. Ich persönlich trage gerne starke Farben, aber muss man sich bewusst sein, dass ein knallgelbes Cocktailkleid oder rote Lackpumps Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Falls ihr demnächst in die Oper (oder ins Theater) gehen wollt und immer noch unsicher seid, ob das ausgewählte Outfit angemessen ist oder wenn ihr eigene Tipps habt, hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder schreibt mir unter viktoria@theaternomadin.com.

Viel Spaß in der Oper!

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