Oper

MUSIKTHEATER – HIGHLIGHTS der Spielzeit 2017/18

von am 2. September 2017

[Letztes Update 3. September] Es ist wieder so weit. Die Sommerferien sind vorbei und das neue Theaterjahr beginnt. Zeit, um die Opernreisen der kommenden Saison zu planen. Nur was hat die Spielzeit 2017/18 in den Theatern und Opernhäusern von Deutschland, Österreich und der Schweiz zu bieten? Wo ist the place to be und wann gibt es the best shit zu sehen?

Zur Beantwortung dieser essentiellen Fragen habe ich haufenweise Spielzeithefte gewälzt und Programmvorschauen durchgeklickt – immer auf der Suche nach Produktionen, die sich zum einen jenseits des bekannten Repertoires bewegen oder zum anderen durch interessante Regiepersönlichkeiten spannende Theaterabende versprechen.

Meine ganz persönliche und mit Sicherheit unvollständige chronologische Liste der Highlights der Spielzeit 2017/18 gibt jeweils Stück, Komponist, Aufführungsort und in manchen Fällen den Regisseur an. Das Datum zu Beginn jeder Zeile zeigt den Premierentermin. Weitere Termine und Informationen könnt ihr den Homepages der betreffenden Theater und Opernhäuser entnehmen.

Habt ihr noch andere Empfehlungen für die kommende Spielzeit? Sind mir irgendwelche Geheimtipps entgangen? Dann schreibt mir gerne Kommentare!

(Nur ein Hinweis: Ich werde als Theaternomadin nicht ausschließlich Produktionen dieser Liste besuchen und besprechen.)

September

2. Au revoir, Euridice von Claudio Monteverdi und György Ligeti, Oper Leipzig

2. Der junge Lord von Hans Werner Henze, Staatsoper Hannover

14. Figaro gets a divorce von Elena Langer, Grand Théâtre de Genève

15. Fidelio von Ludwig van Beethoven, Oper Halle (Regie: Florian Lutz)

16. Uraufführung Schönerland von Søren Nils Eichberg, Hessisches Staatstheater Wiesbaden

16. Surrogate Cities / Götterdämmerung von Heiner Goebbels und Richard Wagner, Oper Wuppertal

16. Die Gezeichneten von Franz Schreker, Theater St. Gallen 

29. Le Grand Macabre von György Ligeti, Meininger Staatstheater (Regie: Herbert Fritsch)

 

Oktober

8. Peter Grimes von Benjamin Britten, Oper Frankfurt

11. Uraufführung Spiel im Sand von Leyan Zhang und Hans Rotman, Oper Halle (Im Rahmen des 10. IMPULS-Festivals)

15. Penthesilea von Othmar Schoeck, Theater Bonn

19. La BETTLEROPERa von Moritz Eggert, Neuköllner Oper Berlin

20. Wozzeck von Alban Berg, Deutsche Oper am Rhein (Regie: Stefan Herheim)

21. Der ferne Klang von Franz Schreker, Theater Lübeck (Regie: Jochen Biganzoli)

27. Satyagraha von Philip Glass, Komische Oper Berlin

28. Mathis der Maler von Paul Hindemith, Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

29. Rivale von Lucia Ronchetti, Staatstheater Braunschweig

 

November

12. Uraufführung Der Mieter von Arnulf Herrmann, Oper Frankfurt

25. Europeras 1 & 2 von John Cage, Staatstheater Braunschweig

25. La Gioconda von Amilcare Ponchielli, Tiroler Landestheater Innsbruck

 

Dezember

9. Messe in h-moll von Johann Sebastian Bach, Theater Regensburg (Regie: Jochen Biganzoli)

 

Januar

12. La porta della legge von Salvatore Sciarrino / Die sieben Todsünden von Kurt Weill, Staatstheater Braunschweig

13. Benzin von Emil Nikolaus von Reznicek, Theater Bielefeld

14. Capriccio von Richard Strauss, Oper Frankfurt

20. Aida von Giuseppe Verdi, Oper Halle (Regie: Michael von zur Mühlen)

21. Enrico von Manfred Trojahn, Oper Frankfurt (Bockenheimer Depot)

21. Die Gezeichneten von Franz Schreker, Komische Oper Berlin (Regie: Calixto Bieito)

25. Julie von Philippe Boesmans, Meininger Staatstheater

27. Falstaff von Giuseppe Verdi, Luzerner Theater (Regie: Benedikt von Peter)

 

Februar

2. The Medium von Gian Carlo Menotti, Konzert Theater Bern

3. Prima Donna von Rufus Wainwright, Theater Augsburg

3. Der Konsul von Gian Carlo Menotti, Tiroler Landestheater Innsbruck

10. Jenufa von Leoš Janácek, Staatstheater Kassel

24. Angels in America von Peter Eötvös, Theater Münster

24. Hans Heiling von Heinrich Marschner, Aalto Musiktheater Essen

24. Uraufführung Wahlverwandtschaften von Thomas Kürstner und Sebastian Vogel, Theater Bremen

 

März

9. Uraufführung Der Goldkäfer von Dai Fujikura, Theater Basel

10. Die Sache Makropulos von Leoš Janácek, Staatstheater Darmstadt

10. Adelia von Gaetano Donizetti, Theater für Niedersachsen Hildesheim

11. Echnaton von Philip Glass, Theater Bonn

11. Messa da Requiem von Giuseppe Verdi, Staatsoper Hamburg (Regie: Calixto Bieito)

16. Luci mie traditrici von Salvatore Sciarrino, Theater Lübeck (Regie: Sandra Leupold)

17. Der Konsul von Gian Carlo Menotti, Stadttheater Bremerhaven

17. Maria von Roman Statkowski, Oldenburgisches Staatstheater

18. Das Wunder der Heliane von Erich Wolfgang Korngold, Deutsche Oper Berlin

24. Schwanda, der Dudelsackpfeifer von Jaromír Weinberger, Stadttheater Gießen

31. Powder her face von Thomas Adès, Theater Magdeburg

31. Moskau, Tscherjomuschki von Dimitri Schostakowitsch, Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

 

April

1. Aus einem Totenhaus von Leoš Janácek, Oper Frankfurt

22. Pygmalion von Gaetano Donizetti / Ariadne von Bohuslav Martinu, Deutsche Oper am Rhein

27. Uraufführung Mein Staat als Freund und Geliebte von Johannes Kreidler, Oper Halle

27. Die Liebe zu den drei Orangen von Sergej Prokofjew, Anhaltisches Theater Dessau

28. Aleko / Francesca da Rimini von Sergei Rachmaninow, Theater Kiel

 

Mai

4. Neues vom Tage von Paul Hindemith, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin

11. Writing to Vermeer von Louis Andriessen, Theater Heidelberg

18. Solaris von Dai Fujikura, Theater Augsburg

19. Nixon in China von John Adams, Mainfrankentheater Würzburg

19. Der goldene Drache von Peter Eötvös, Theater Koblenz

20. Uraufführung Frankenstein von Jan Dvorak, Staatsoper Hamburg (Regie: Philipp Stölzl)

26. El Gato Montés (Die Wildkatze) von Manuel Penella, Pfalztheater Kaiserslautern

 

Juni

1. Agnes von Hohenstaufen von Gaspare Spontini, Theater Erfurt

2. The Lodger von Phyllis Tate, Stadttheater Bremerhaven

3. Antikrist von Rued Langgaard, Staatstheater Mainz 

9. Die Aufteilung der Welt von Giovanni Legrenzi, Theater Kiel

16. Doktor Faust von Ferruccio Busoni, Theater Osnabrück

16. Die Nase von Dmitri Schostakowitsch, Komische Oper Berlin

17. Oberst Chabert von Hermann Wolfgang von Waltershausen, Theater Bonn

19. Wir aus Glas von Yasutaki Inamori, Deutsche Oper Berlin (Tischlerei)

 

Juli

1. Uraufführung Erdbeben.Träume von Toshio Hosokawa, Oper Stuttgart

27. Uraufführung Hemma – Eine Weibspassion von Bruno Strobl, Stadttheater Klagenfurt (Stift Ossiach)

weiterlesen

Oper | Rezension

ANTIGONA von Tommaso Traetta in Kassel – Barock meets Sci-Fi

von am 5. Juni 2017

Der ein oder andere wird beim Titel dieser Barockoper an den Deutschunterricht denken. Die antike Tragödie Antigone von Sophokles ist nämlich (zu Recht) ein wichtiger Bestandteil des Literaturkanons. Wer aber kein Fan von Geschichten mit tragischem Ausgang ist, kann bei Traettas Oper, die auf diesem Drama basiert, aufatmen – hier wird am Ende nicht gestorben, sondern geheiratet. Aber was hat dieser uralte Stoff eigentlich mit uns heute zu tun? Anstatt mir eine Geschichte reinzuziehen, die über 2000 Jahre alt ist, gehe ich doch lieber ins Kino und schaue mir ein bisschen Sci-Fi an… Moment, Stop, Halt! Wie wäre es denn mit beidem gleichzeitig?

Der Weltraum. Unendliche Weiten…

Am Anfang des Abends, bevor wir einen Darsteller auf der Bühne gesehen haben, fliegt eine große gelbe Schrift vom unteren Rand einer Leinwand nach hinten weg, irgendwo in die unendlichen Weiten. Dieses unverschämt direkte Zitat aus Star Wars sorgte nicht nur für amüsiertes Kichern im Zuschauerraum, es erklärt auch auf charmante Weise die Situation und Vorgeschichte. Regisseur Stephan Müller versetzt die Erzählung um die Königstochter Antigone, die ihrem Bruder die letzte Ehre erweisen will, in eine unbestimmte Zukunft auf einem fernen Planeten und folgt damit einer Grundidee der Künstlerin Goshka Macuga, von der auch die eingeblendeten Texte stammen.  Das mag im ersten Moment nach plattem Regietheater klingen, ist aber letztlich extrem sinnfällig, wenn man sich ein wenig im Science-Fiction-Genre auskennt. Beispielsweise geht es auch in der Star Wars-Saga um fundamentale Themen, die versuchen der menschlichen Befindlichkeit auf den Grund zu gehen. So geht das künstlerische Team am Staatstheater Kassel dieser Idee in aller Konsequenz nach, angefangen beim Kostümbild von Gareth Pugh, das auf meisterhafte Weise das genannte Genre bedient, ohne je direkt zu kopieren. Das versetzt die Zuschauer nicht nur in ein anderes Universum, sondern sieht insgesamt auch noch hochästhetisch aus.

Der König Creonte (Bassem Alkhouri) steht statuenhaft da, während Adrasto (Musa Nkuna) ihn mit Neuigkeiten versorgt, „Antigona“ von Traetta am Staatstheater Kassel, Foto: N. Klinger

Daran schließt sich das Bühnenbildkonzept von Goshka Macuga, das von Siegfried E. Mayer technisch ausgeführt wurde, nahtlos an. Eine schlichte leere Bühne, deren Rückseite von einer Projektionsfläche begrenzt wird, bietet hier den perfekten Schauplatz für den Clou dieser Inszenierung: Darsteller auf Segways. Ja genau, das sind diese fahrbaren Untersätze, die gerne von Touristengruppen in Großstädten benutzt werden. Allerdings war mir das hier gezeigte Modell mit einem Steuerungshebel zwischen den Knien bisher unbekannt. Auf diesen Rollen gleiteten die Sänger also gekonnt, elegant und teilweise temporeich durch die Szenen. Das ist nicht nur neu (jedenfalls für mich), sondern passt einfach zur Ästhetik des Abends.

Der Bote Adrasto (Musa Nkuna) düst besonders oft auf seinem Segway über die Bühne, „Antigona“ von Traetta am Staatstheater Kassel, Foto: N. Klinger

Über der Bühne schwebt ein großes silbernes ovales Luftkissen, das zu Beginn in Nebel gehüllt aus dem Schnürboden gelassen wird. Dies wirkte anfangs so, als würde eine Nebelwolke nach unten schweben oder ein Ufo durch eine Wolkendecke stoßen. Dieser mächtige Körper taucht immer wieder wie eine Vorahnung aus dem Bühnenhimmel auf, um ganz zum Schluss das Happy End zu bedecken und zu erdrücken. Vom allerersten sehr magischen Auftritt dieses Elements war ich begeistert – aber die Funktion davon hat sich mir leider nicht erschlossen.

Das wolkenartige unidentifizierbare Flugobjekt schwebt über dem tödlichen Kampf der beiden Brüder (Karim Afoun, Dhimas Aryo Satwiko), „Antigona“ von Traetta am Staatstheater Kassel, Foto: N. Klinger

Die Zukunft der Oper

Regisseur Stephan Müller hat sich passend zum Bühnen- und Kostümbild für eine minimalistische und abstrakte Bewegungssprache entschieden, die von den Darstellern geradlinig durchgeführt wurde. Die Gesten wirken zeichenhaft und archaisch, manchmal ein wenig statisch. In jedem Fall waren sie die logische szenische Konsequenz für das gewählte Setting. Da blieb für mich nur zu bemängeln, dass der Chor überhaupt nicht inszeniert wurde, sondern nur hinter Stellwänden zu hören war. Aber wer weiß, ob dies eine künstlerische oder eher finanzielle Entscheidung war. Was diese Vorstellung allerdings mit künstlerischer Intelligenz und den Gefahren der allgemeinen Technisierung zu tun haben soll, wie dies im Programmheft angedeutet wird, ist mir nicht klar geworden. Das macht aber nichts, denn auch so ist diese Antigone von Traetta am Staatstheater Kassel rundum sehenswert und schubst die teils verstaubte Opernwelt mit viel Charme und Ideen in Richtung Zukunft.


Antigona. Tragedia per musica in drei Akten von Tommaso Traetta (UA 1772 Sankt Petersburg)

Staatstheater Kassel
Musikalische Leitung: Jörg Halubek
Regie: Stephan Müller
Bühnenbilddesign und visuelle Konzeption: Goshka Macuga
Bühnenproduktion: Siegfried E. Mayer
Kostüme: Gareth Pugh
Video: Sophie Lux
Dramaturgie: Ursula Benzing

Besuchte Vorstellung: 3. Juni 2017 (Premiere)

 

weiterlesen

Oper | Rezension

MEDEA von Aribert Reimann an der Komischen Oper Berlin – Schwere Kost

von am 23. Mai 2017

Die Geschichte von Medea ist eine alte und dauerhaft gültige. In den letzten 2000 Jahren entstanden rund 200 Bearbeitungen dieses Stoffes – von Euripides über Cherubini bis Heiner Müller. Vor 7 Jahren hat sich auch der Komponist und Librettist Aribert Reimann in diese lange Liste eingereiht. Seine Oper Medea wurde nun an der Komischen Oper Berlin zum ersten Mal seit der Uraufführung neu inszeniert und bot mir als Reimann-Neuling die perfekte Gelegenheit, um mich endlich mit einem der meistgespielten lebenden Komponisten zu befassen.

Archaisch und unkitschig

Da mir die Vertonung von Cherubini bekannt ist, wusste ich bereits von der tragischen Geschichte um die Zauberin, die ihre eigene Familie verrät, um ihrem geliebten Jason das Goldene Vlies zu verschaffen und die dann aber selbst von diesem Mann verraten wird. Um sich an ihm zu rächen, tötet sie die beiden gemeinsamen Söhne. Ich hoffte also an diesem Abend auf nervenaufreibende Spannung, auf eine mitreißende Zuspitzung von Medeas Situation bis sie keinen anderen Ausweg mehr sieht als den beschriebenen bestialischen. Ich wurde leider enttäuscht. Dass die Komposition von Reimann hochdramatisch ist, bleibt unbestritten, nur blieb sie für meine Ohren insgesamt zu ähnlich, um Spannung aufzubauen. Die Gesangslinien sind extrem artifiziell geführt, was eine Textverständlichkeit fast unmöglich machte und mich zwang, die Übertitel sehr genau zu verfolgen. Davon abgesehen fordern die anspruchsvollen Partien den Sängern eine große Virtuosität ab, die offenbar wenig Raum für Aktion oder Interaktion lässt. So war dann auch die Personenführung von Benedict Andrews sehr minimalistisch und etwas inkonsequent, denn sie wechselte zwischen künstlichen und ausgestellten Aktionen und naturalistisch-psychologischen Zuständen, die nicht klar genug voneinander getrennt waren, um eine eigene Stärke zu entwickeln. Um das ganze möglichst unkitschig zu halten, wurden die zwei Söhne von lebensgroßen Puppen dargestellt, die von unterschiedlichen Sängern geführt wurden. Das half zwar, den Fokus auf die Erwachsenen und Agierenden zu halten, machte aber die Szene des Kindsmords eher unspektakulär.

Medea (Nicole Chevalier) stürzt sich rachedurstig auf die zwei Holzpuppen, „Medea“ von Aribert Reimann an der Komischen Oper Berlin, Foto: Monika Rittershaus

Unten Erde, hinten Mauer, vorne Haus

Das Bühnenbild von Johannes Schütz dazu war hochsymbolisch gemeint, sorgte aber zumindest für mich für ein paar unfreiwillig komische Momente. Der gesamte Bühnenboden war mit Rindenmulch bedeckt, hinter dem Portal gab es ein kleines Mäuerchen, vor dem Portal die weißen Konturen eines wie in die Luft gezeichneten abstrakten Hauses. Die Darsteller sitzen über lange Strecken auf einem Absatz an der hinteren Seite der offenen Bühne, beobachten und warten auf ihren Einsatz. Eine Situation, die man bereits gut aus dem Schauspiel kennt. Aus den losen Steinen der kleinen Mauer kann Medea dann kleine Sitzgelegenheiten bauen und am Ende zerschneidet sie mit einem Messer, dass mit Gaffa-Tape an einem langen Ast befestigt ist, das weiße Häuschen.

Dieses Zuhause wird Medea (Nicole Chevalier) demnächst zerstören, „Medea“ von Aribert Reimann an der Komischen Oper Berlin, Foto: Monika Rittershaus

Irgendwann dazwischen wird eine kleine Pantomime eines vergangenen Ereignisses aufgeführt – das Ganze mithilfe von Masken und Requisiten, die der Herold, ein glatzköpfiger Transvestit im Paillettenkleid, in ein paar Plastiktüten mitgebracht hat.

Muss ich das jetzt gut finden?

Nach der Premiere fragte ich mich, ob ich nicht doch zu ahnungslos bin, um zeitgenössische Opern wirklich wertschätzen zu können. Das Publikum jubelte dem Komponisten, der jeden Sänger mehrfach herzlich umarmte, jedenfalls zu. Oder ist die allgemeine Unzugänglichkeit einer neuen Oper ein Qualitätsmerkmal? Ist es zu banal, so zu komponieren, dass die Textverständlichkeit gewährleistet ist oder auch so, dass auch kleinere Häuser als die Wiener Staatsoper die Oper Frankfurt oder eben die Komische Oper Berlin diese neuen Werke gut zur Aufführung bringen können? Sollte Oper als Musiktheater nicht auch eben das ermöglichen und erfordern, was Theater ausmacht, also Handlungen oder Bilder?

Für mich hat sich der Abend mit Reimanns Medea schon wegen dieser Fragen gelohnt. Und ich werde auf jeden Fall in die irritierende Welt des zeitgenössischen Musiktheaters zurückkehren, um mich möglichen Antworten anzunähern.


Medea. Oper in zwei Teilen von Aribert Reimann (UA 2010 Wien)

Komische Oper Berlin
Musikalische Leitung: Steven Sloane
Regie: Benedict Andrews
Bühnenbild: Johannes Schütz
Kostüme: Victoria Behr
Dramaturgie: Simon Berger

Besuchte Vorstellung: 21. Mai 2017 (Premiere)

weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: